Archäologische Befundung im Kurgarten (2016 BDA)

Ein wichtiger Punkt in diesem Projekt war von Anfang an die archäologische Zusammenarbeit mit dem BDA. Im Bereich Rosenhügel/Radweg wurde im Zuge der Abbrucharbeiten ein Teil der alten Stadtbefestigung/Wehranlagen freigelegt. Diese wird architektonisch direkt in den Neubau, Bereich Tiefgarage integriert.

© SIG,rp

Im Zuge dieses Projektes, wurde durch das Bundes Denkmalamt (BDA) innerhalb mehrere Testgrabungen, die Lage und Erhaltung der alten barocken Stadtbefestigung (Mirabell-Bastion I) im Kurgarten befundet. Unter EB Paris Lodron wurde 1621 mit der Errichtung eines halbrunden Kranzes aus Bastionen mit vorgelagertem Graben und Außenwerken begonnen, um die eben die Stadt und vor allem Schloss Mirabell zu schützen. Die Befestigungsanlagen wurden Mitte des 19.Jh. abgetragen und teilweise für die Salzachregulierung verwendet. Südlich des Radweges zeigte sich durch eine dritte Testgrabung das die Innenkante der Bastionsmauer bereits in einer Tiefe von 0,6 m unter Geländeoberkante lag, knapp westlich davon gab es einen innenliegender Pfeiler zur Verstärkung (erh. L. 2,0 m, Br. 1,3 m). Dessen unregelmäßige Außenkanten sind auf den Abbruch im 19. Jahrhundert zurückzuführen. Über die Fluchten der Außen- und Innenkante lässt sich eine Mauerbreite von ca.2,4 m ermitteln. Innenliegende Pfeiler und eine massiv ausgeführte Bastionsspitze sollten die Stabilität gewährleisten.

© BDA
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Die Begehung eines Schachtes am Schnittpunkt zweier Stränge des städtischen Kanals knapp südlich des Paracelsusbades zeigte, dass es sich hierbei um einen sogenannten „Quaderkanal mit Platten“ des 19. Jahrhunderts (1860/1870) handelt. Dieser war der im Boden noch erhaltenen Bastionsaußenseite vorgelagert bzw. an diese angesetzt. Offenbar hatte man die Konglomeratblöcke der aufgehenden Maueraußenschale der barocken Wehrmauer im 19. Jahrhundert abgetragen und für den Kanalbau wiederverwendet. Die im Untergrund intakt erhaltene Außenschale der Mauer nutzte man als südl. bzw. östl. Wange des Kanals.

© BDA
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In zwei Testgrabungen östlich und südlich der Bastionsspitze (Winkel ca.90 Grad) konnte in einer Tiefe von 0,95 m die nach dem Abbruch im 19.Jh. erhalten gebliebene Oberkante der Mauern freigelegt werden. Dem Mauerkern aus zum Teil großformatigen Kalkbruchsteinen ist an den Außenseiten (Nord und West) eine Schale aus regelmäßigen Konglomeratquadern vorgesetzt worden.